Das Wichtigste in Kürze
- Betreuungs- und Entlastungsangebote für Pflegebedürftige gibt es in elf unterschiedlichen Angebotsarten, jede mit eigenen Voraussetzungen.
- Für alle elf Angebotsarten prüft und erteilt das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) in Rostock die Anerkennung.
- Nur für die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe sind stattdessen die Pflegekassen zuständig, und zwar für eine einfachere Registrierung statt einer Anerkennung.
- Voraussetzung für die reguläre Anerkennung sind unter anderem ein schriftliches Konzept und eine Basisschulung der Helfenden von mindestens 30 Unterrichtsstunden, soweit sie nicht beruflich entsprechend qualifiziert sind.
- Anerkannte Angebote müssen jedes Jahr bis zum 31. März einen Tätigkeitsbericht einreichen. Fehlt er dauerhaft, muss die Anerkennung widerrufen werden.
Angebote zur Unterstützung im Alltag sind niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote nach § 45a SGB XI, die einer Anerkennung nach Landesrecht bedürfen. In Mecklenburg-Vorpommern ist das ein Verwaltungsverfahren beim LAGuS, für ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe genügt eine Registrierung bei den Landesverbänden der Pflegekassen. Über Entlastungsbetrag (§ 45b SGB XI) und Umwandlungsanspruch (§ 45a Absatz 4 SGB XI) erhalten Pflegebedürftige die Kosten anerkannter Angebote erstattet.
Was regelt der Bund, was das Land?
Die Grundlage für alle Betreuungs- und Entlastungsangebote steht im Bundesrecht, in § 45a SGB XI. Er macht die Anerkennung nach Landesrecht zur Voraussetzung dafür, dass Pflegebedürftige die Kosten über Entlastungsbetrag und Umwandlungsanspruch erstattet bekommen (Absatz 1). Über den Umwandlungsanspruch lassen sich bis zu 40 Prozent des Pflegesachleistungsbetrags für solche Angebote einsetzen.
Jedes Angebot braucht außerdem ein Konzept mit Angaben zur Qualitätssicherung. Wie die Anerkennung dafür abläuft, legt jedes Bundesland in einer eigenen Verordnung fest. Diese Aufteilung zwischen Bund und Land erklärt, warum die eigentliche Verfahrensfrage, welche Stelle prüft und wie, nicht im Bundesgesetz steht, sondern erst die Landesverordnung beantwortet. Die letzte Änderung von § 45a SGB XI trat am 1. Juli 2021 in Kraft.
In Mecklenburg-Vorpommern heißt diese Landesverordnung Unterstützungsangebotelandesverordnung, kurz UntAngLVO M-V. Sie gilt seit dem 16. Dezember 2010 und erhielt ihre heutige Struktur durch eine umfassende Neufassung zum 14. September 2019 (Details zur Historie in der Quellenliste). Diese Fassung gilt unverändert bis heute, Stand 24. September 2026.
Wer ein solches Angebot aufbauen will, muss deshalb zwei Fragen beantworten: Welche der elf Angebotsarten aus der Landesverordnung passt zum eigenen Vorhaben und welche Stelle prüft die Voraussetzungen dafür? Für alle elf Angebotsarten ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales, kurz LAGuS, in Rostock zuständig. Es erteilt die Anerkennung nach § 45a SGB XI in Verbindung mit der Landesverordnung. Eine Ausnahme bildet die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe: Für sie sind stattdessen die Landesverbände der Pflegekassen Mecklenburg-Vorpommern und der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. zuständig, und zwar nur für eine Registrierung, nicht für einen Anerkennungsbescheid (§ 10 UntAngLVO M-V).
Zum Stand dieses Beitrags
Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 ändert an der geltenden Landesverordnung zunächst nichts. Wer später liest, prüft das auf landesrecht-mv.de und beim LAGuS erneut.
Von der richtigen Antwort hängt ab, wie aufwendig das Verfahren wird: ein vollständiges Verfahren mit Konzept, Basisschulung und jährlichem Tätigkeitsbericht oder der schlankere Weg über die Registrierung. Betroffen sind in Mecklenburg-Vorpommern viele Menschen:
35.282
Personen nahmen 2023 in Mecklenburg-Vorpommern ambulante Pflege in Anspruch, Stichtag 15. Dezember 2023 (Statistisches Amt M-V, Pressemitteilung Nr. 2/2025 vom 22.01.2025). Zu beachten: Dieselbe Quelle nennt auch die Zahl 139.872. Das ist die Gesamtzahl aller Pflegebedürftigen in Mecklenburg-Vorpommern 2023, unabhängig von der Versorgungsart. Davon erhielten 48,1 Prozent (67.242 Personen) zugleich oder stattdessen Pflegegeld, dieselbe Quelle. Das ist eine andere Grundgesamtheit als die 35.282 Personen in ambulanter Pflege oben, beide Zahlen lassen sich nicht addieren.
Welche elf Angebotsarten gibt es?
Die Landesverordnung listet in § 1 Absatz 3 elf Angebotsarten auf, von der Betreuungsgruppe bis zum Fahrdienst. Für die Einordnung zählt weniger die Bezeichnung als das tatsächliche Betreuungsverhältnis und wer den Antrag stellt: ein Träger mit mehreren Helfenden oder eine einzelne anerkannte Person. Die folgende Tabelle ordnet jede Angebotsart ihrem Paragrafen und dem üblichen Betreuungsverhältnis zu, wie das LAGuS es in seinen Erläuterungen zum Antrag beschreibt. Verbindlich bleibt aber allein der Text der Verordnung, die Erläuterungen sind nur eine Auslegungshilfe.
| Angebotsart | Paragraf | Betreuungsverhältnis laut LAGuS-Erläuterungen |
|---|---|---|
| Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz | § 1 Abs. 3 Nr. 1 | mindestens 1:4, mindestens vier Pflegebedürftige derselben Zielgruppe |
| Helferinnen- und Helferkreise (stundenweise Entlastung im häuslichen Bereich) | § 1 Abs. 3 Nr. 2 | 1:1, Antragstellung durch einen Anbieter mit mindestens drei Ehrenamtlichen |
| Tagesbetreuung in Kleingruppen | § 1 Abs. 3 Nr. 3 | mindestens 1:2, in der Regel bis zu drei Pflegebedürftige |
| Einzelbetreuung durch anerkannte Helfende | § 1 Abs. 3 Nr. 4 | ausschließlich 1:1, Antragstellung durch die Einzelperson selbst |
| Familienentlastende und familienunterstützende Dienste | § 1 Abs. 3 Nr. 5 | nicht spezifiziert |
| Agenturen zur Vermittlung von Betreuungs- und Entlastungsleistungen | § 1 Abs. 3 Nr. 6 | keine eigene Leistungserbringung, nur Vermittlung |
| Alltagsbegleitung | § 1 Abs. 3 Nr. 7 | nicht spezifiziert |
| Pflegebegleitung | § 1 Abs. 3 Nr. 8 | nicht spezifiziert |
| Serviceangebote für haushaltsnahe Dienstleistungen | § 1 Abs. 3 Nr. 9 | nicht spezifiziert |
| Fahrdienste | § 1 Abs. 3 Nr. 10 | Leistung und Entgelt ausschließlich auf die Fahrt bezogen; nach der Verordnung zusätzlich Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung (§ 2 Abs. 1 Nr. 13) |
| Sonstige Angebote | § 1 Abs. 3 Nr. 11 | nur für Einzelfälle, die sich keiner anderen Angebotsart zuordnen lassen |
| Ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe (eigener Weg, keine der elf Angebotsarten) | § 2a UntAngLVO M-V | höchstens zwei Personen gleichzeitig, höchstens 25 Stunden je Kalendermonat, höchstens 8 Euro Aufwandsentschädigung je Stunde, Registrierung statt Anerkennung |
Betreuungsverhältnisse nach den LAGuS-Erläuterungen zum Antrag, kein eigener Verordnungswert. Stand: 24. September 2026.
Beispiel
Angenommen, ein Verein möchte einmal wöchentlich mehrere Menschen mit Demenz gemeinsam in eigenen Räumen betreuen und setzt dafür mehrere Ehrenamtliche ein. Das entspricht einer Betreuungsgruppe, nicht einem Helferinnen- und Helferkreis, denn der Helferkreis setzt eine 1:1-Betreuung einzelner Personen voraus, keine Gruppenbetreuung mehrerer Menschen zugleich. Welche Angebotsart zum Vorhaben passt, entscheidet also das tatsächliche Betreuungsverhältnis, nicht der gewählte Name.
Welche Unterlagen die gewählte Angebotsart für den Antrag verlangt, stellt die Entscheidungshilfe weiter unten als Antragsliste zusammen.
Was verlangt die Anerkennung?
§ 2 UntAngLVO M-V bündelt alle Voraussetzungen für die Anerkennung. Im Zentrum steht ein schriftliches Konzept. Es muss Auskunft geben über:
- Art, Zielgruppe und Umfang des Angebots,
- die Zahl der Helfenden und das Betreuungsverhältnis,
- Schulung, Fortbildung und fachliche Begleitung der Helfenden durch eine Fachkraft,
- das Entgelt und anfallende Fahrtkosten,
- die Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche.
Hinzu kommt die Qualifikation der Helfenden. Vor Aufnahme der Tätigkeit brauchen sie eine Basisschulung von mindestens 30 Unterrichtsstunden, danach alle drei Jahre eine Fortbildung von mindestens acht Unterrichtsstunden (§ 2 Absatz 1 Nummer 7 und 8). Entbehrlich ist die Basisschulung für Helfende, die durch ihre berufliche Qualifikation bereits über dieses Wissen verfügen, etwa Pflegefachkräfte oder Heilerziehungspflegerinnen.
Die Verordnung verlangt außerdem angemessenen Versicherungsschutz, eine Entgeltobergrenze und die fachliche Begleitung der Helfenden durch eine Fachkraft. Gruppenangebote brauchen grundsätzlich barrierefreie Räume, Fahrdienste eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung (§ 2 Absatz 1 Nummer 12 und 13). Wer die Anerkennung beantragt, erklärt zugleich, künftig jährlich bis zum 31. März einen Tätigkeitsbericht einzureichen. Fehlt eine dieser Voraussetzungen dauerhaft, wirkt sich das auf den Bestand der Anerkennung selbst aus, dazu mehr im Abschnitt „Was ist nach der Anerkennung noch zu tun?“
Was ins Konzept gehört, bevor der Antrag beim LAGuS liegt
Das Konzept ist die Grundlage, an der das LAGuS Zielgruppe, Umfang und Ausstattung prüft. Wer es erst nach der Basisschulung schreibt, riskiert eine Helferzahl, die nicht zu den tatsächlich geschulten Personen passt. Wer es vorher fertigstellt, bringt Personalplanung und Nachweisführung dagegen in dieselbe Reihenfolge, in der das LAGuS sie später prüft. Das gilt besonders, wenn mehrere Angebotsarten zugleich infrage kommen und die nötige Helferzahl je nach Wahl unterschiedlich ausfällt.
Was gilt für die Nachbarschaftshilfe?
Für die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe gilt ein eigener, schlankerer Weg als für die elf Angebotsarten: die Registrierung statt der Anerkennung (§ 2a UntAngLVO M-V). Registriert wird nicht beim LAGuS, sondern bei den Landesverbänden der Pflegekassen Mecklenburg-Vorpommern und dem Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. Voraussetzung ist ein Grundkurs von mindestens acht Stunden vor Beginn der Tätigkeit, danach alle zwei Jahre ein Aufbaukurs von mindestens sechs Stunden. Begrenzt ist der Umfang zugleich: höchstens zwei Personen gleichzeitig, höchstens 25 Stunden je Kalendermonat, höchstens 8 Euro Aufwandsentschädigung je Stunde. Registrieren lassen kann sich nur eine volljährige Einzelperson, die im engen Umkreis wohnt, nicht mit der unterstützten Person zusammenlebt, nicht deren Pflegeperson ist und nicht bis zum zweiten Grad mit ihr verwandt oder verschwägert ist. Wer mehr leisten will oder eine dieser Bedingungen nicht erfüllt, braucht die reguläre Anerkennung nach § 2.
Beispiel
Angenommen, eine Nachbarin betreut zweimal wöchentlich für jeweils zwei Stunden eine pflegebedürftige Person in ihrer Nachbarschaft, mit der sie weder verwandt ist noch zusammenlebt, ohne Verein oder Träger im Hintergrund. Das bleibt innerhalb der Grenzen der Nachbarschaftshilfe, also genügt die Registrierung bei den Pflegekassen. Käme eine zweite Person mit weiteren Wochenstunden hinzu und würde die Grenze von 25 Stunden im Monat überschritten, wäre stattdessen die reguläre Anerkennung nötig.
Ein Sonderfall am anderen Ende: der zugelassene Pflegedienst
Nicht jeder Träger muss das volle Verfahren durchlaufen. Verfügt ein Pflegedienst bereits über einen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen, gilt sein Angebot zur Unterstützung im Alltag automatisch als anerkannt, ohne gesondertes Verfahren (§ 2 Absatz 3 UntAngLVO M-V). Vor jedem neuen Antrag lohnt deshalb der Blick, ob ein vorhandener Versorgungsvertrag die Anerkennung bereits mitträgt.
Was ist nach der Anerkennung noch zu tun?
Mit der Anerkennung endet die Prüfung nicht, für den laufenden Betrieb beginnt sie erneut. Wer anerkannt ist, hat sich zugleich verpflichtet, jährlich bis zum 31. März einen Tätigkeitsbericht vorzulegen (§ 2 Absatz 1 Nummer 10 UntAngLVO M-V). Das aktuelle Formular des LAGuS dafür trägt den Stand Januar 2026. Diese jährliche Berichtspflicht ist selbst eine Anerkennungsvoraussetzung, ebenso wie Schulung, Versicherungsschutz und Entgeltobergrenze.
Fällt eine dieser Voraussetzungen dauerhaft weg, muss das LAGuS die Anerkennung widerrufen (§ 2 Absatz 5 UntAngLVO M-V). Das ist keine Ermessensfrage, sondern eine gebundene Entscheidung: Dem LAGuS bleibt dann kein Spielraum.
Von der Anerkennung zu unterscheiden ist die Förderung nach Abschnitt II der Landesverordnung. Sie folgt nicht automatisch aus der Anerkennung. Einen Rechtsanspruch auf Förderung verschaffen weder die Anerkennung noch der Förderantrag selbst (§ 2 Absatz 7 und § 8 Absatz 1 UntAngLVO M-V). Anerkennung und Förderantrag bleiben deshalb zwei getrennte Verfahren, auch wenn beide beim LAGuS liegen.
Ebenfalls zu unterscheiden ist die reguläre Qualitätsprüfung der ambulanten Pflege selbst. Sie betrifft die laufende Versorgungsqualität eines zugelassenen Pflegedienstes, nicht die Anerkennung eines einzelnen Angebots zur Unterstützung im Alltag. Seit 2026 ist sie in einer eigenen Qualitätsprüfungs-Richtlinie geregelt, mit einem eigenen Fachgespräch. Wer beide Verfahren kennt, verwechselt im Alltag seltener, welche Stelle für welche Frage zuständig ist.
Wie läuft die Anerkennung Schritt für Schritt?
Die folgenden acht Schritte führen vom ersten Vorhaben bis zur laufenden Anerkennung. Sie betreffen Entscheidung, Auftrag und Freigabe, nicht die tägliche Abwicklung.
Angebotsart festlegen
Legen Sie fest, welche der elf Angebotsarten nach § 1 Absatz 3 UntAngLVO M-V zutrifft, bevor Sie das Konzept beauftragen.
Konzept beauftragen
Beauftragen Sie das Konzept nach § 2 Absatz 1 Nummer 3 UntAngLVO M-V mit Angaben zu Art, Zielgruppe und Umfang, Helferzahl und Betreuungsverhältnis, fachlicher Begleitung, Entgelt, Fahrtkosten und Aufwandsentschädigung.
Basisschulung sichern
Sichern Sie die Basisschulung der Helfenden von mindestens 30 Unterrichtsstunden und deren Nachweise, bevor Sie den Antrag stellen, soweit die Helfenden nicht beruflich entsprechend qualifiziert sind.
Fachliche Umsetzung klären
Klären Sie vor der Antragstellung, wer die fachliche Umsetzung im Alltag verantwortet, und halten Sie das im Konzept fest.
Antrag stellen
Stellen Sie den Antrag auf Anerkennung beim LAGuS und klären Sie eine mögliche Förderung nach Abschnitt II als eigenes Verfahren.
Tätigkeitsbericht organisieren
Richten Sie einen internen Prozess für den jährlichen Tätigkeitsbericht bis zum 31. März ein, damit Zahlen zu Personen, Einsätzen, Qualifikation und Kosten fristgerecht vorliegen.
Fristen terminieren
Terminieren Sie die dreijährige Fortbildungspflicht der Helfenden und die unverzügliche Meldung wesentlicher Änderungen an das LAGuS.
Intern prüfen lassen
Lassen Sie die Einhaltung der Anerkennungsvoraussetzungen vor der jährlichen Berichtspflicht intern prüfen, zum Beispiel im Rahmen eines internen Audits.
Welcher Weg passt zu meinem Vorhaben? Entscheidungshilfe mit Antragsliste
Die Entscheidungshilfe fragt nach Ihrem eigenen Vorhaben: wer es anbietet und welche Angebotsart zutrifft, bei einer Einzelperson außerdem die Bedingungen der Nachbarschaftshilfe. Daraus stellt sie zusammen, welcher Weg gilt, welche Stelle zuständig ist, welche Unterlagen und Erklärungen der Antrag braucht und welche Fristen danach laufen. Die Liste lässt sich kopieren oder drucken.
Maßgeblich ist das tatsächliche Betreuungsverhältnis, nicht der Name des Angebots (Tabelle oben).
Beantworten Sie die Frage oben. Die Antragsliste erscheint an dieser Stelle.
Was in den nächsten Wochen zu tun ist
Klären Sie zuerst, welche der elf Angebotsarten auf Ihr Vorhaben zutrifft, und prüfen Sie, ob nicht der schlankere Weg über die Nachbarschaftshilfe infrage kommt. Ist Ihr Angebot bereits anerkannt, prüfen Sie als Nächstes, ob der Tätigkeitsbericht zum 31. März vollständig vorbereitet ist. Lassen Sie sich außerdem von der zuständigen Stelle, LAGuS oder Landesverband der Pflegekassen, schriftlich bestätigen, welche Unterlagen noch fehlen.
Stand 24. September 2026: Dieser Beitrag erklärt Rechtslage und Verfahren nach der UntAngLVO M-V zum genannten Stand und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Für die Prüfung eines konkreten Sachverhalts sind das LAGuS, die Landesverbände der Pflegekassen oder eine rechtsberatende Stelle zuständig.
Häufige Fragen
Wer ist in Mecklenburg-Vorpommern für die Anerkennung nach § 45a SGB XI zuständig?
Für alle elf Angebotsarten ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) in Rostock zuständig. Ausnahme: die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe nach § 2a, dafür sind die Landesverbände der Pflegekassen Mecklenburg-Vorpommern und der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. zuständig, für eine Registrierung, kein Anerkennungsverfahren beim LAGuS.
Brauche ich für ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe eine Anerkennung wie für ein reguläres Angebot?
Nein. Nach § 2a UntAngLVO M-V genügt eine Registrierung bei den Landesverbänden der Pflegekassen Mecklenburg-Vorpommern und dem Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. Vorausgesetzt sind ein Grundkurs von mindestens acht Stunden und ein Aufbaukurs alle zwei Jahre von mindestens sechs Stunden, außerdem gelten feste Grenzen: volljährige Einzelperson aus dem engen Umkreis, weder bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert noch im selben Haushalt noch Pflegeperson, höchstens zwei Personen, 25 Stunden im Monat und 8 Euro Aufwandsentschädigung je Stunde.
Gilt die Anerkennung automatisch auch für eine Förderung durch das Land?
Nein. § 2 Absatz 7 UntAngLVO M-V stellt klar, dass die Anerkennung keinen Anspruch auf Förderung nach Abschnitt II begründet. Die Förderung ist ein eigenständiges, freiwilliges Antragsverfahren ohne Rechtsanspruch (§ 8 Absatz 1 UntAngLVO M-V).
Was passiert, wenn der jährliche Tätigkeitsbericht nicht fristgerecht bis zum 31. März eingereicht wird?
Die Verordnung macht die Erklärung zur jährlichen Berichtspflicht selbst zur Anerkennungsvoraussetzung (§ 2 Absatz 1 Nummer 10 UntAngLVO M-V). Entfällt eine Anerkennungsvoraussetzung, ist die Anerkennung nach § 2 Absatz 5 UntAngLVO M-V zu widerrufen.
Gilt ein zugelassener Pflegedienst automatisch als anerkanntes Angebot zur Unterstützung im Alltag?
Ja, sofern er über einen Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI verfügt. Sein Angebot gilt dann nach § 2 Absatz 3 UntAngLVO M-V als anerkannt, ohne dass ein gesondertes Anerkennungsverfahren nötig ist.
Zum Weiterlesen
- QM allein tragen: Vertretung und Fristen unter zehn BeschäftigtenDer Tätigkeitsbericht ist eine feste Jahresfrist, der Beitrag zeigt, wie kleine Anbieter solche Fristen bei Ausfall absichern.
- Leistung: Internes AuditEin internes Audit prüft die Anerkennungsvoraussetzungen, bevor der jährliche Tätigkeitsbericht fällig wird.
Quellen
- gesetze-im-internet.de: § 45a SGB XI, Sozialgesetzbuch Elftes Buch. gesetze-im-internet.de
- dejure.org: § 45a SGB XI mit Wortlaut. dejure.org
- buzer.de: Änderungshistorie § 45a SGB XI, letzte Änderung Art. 2 GVWG, BGBl. I 2021 S. 2754, in Kraft seit 01.07.2021. buzer.de
- Landesrecht Mecklenburg-Vorpommern: Unterstützungsangebotelandesverordnung (UntAngLVO M-V) vom 16.12.2010 (GVOBl. M-V 2010, S. 805), ursprünglich als Betreuungsangebotelandesverordnung erlassen, umfassend neu gefasst durch die Zweite Landesverordnung zur Änderung der Betreuungsangebotelandesverordnung vom 03.09.2019 (GVOBl. M-V S. 573, in Kraft seit 14.09.2019) mit vollständiger Neufassung der §§ 1, 2 und 4, Neuregelung des § 2a und Teiländerung des § 10. Gesamtausgabe. landesrecht-mv.de
- Landesamt für Gesundheit und Soziales M-V (LAGuS): Anerkennungen und Genehmigungsverfahren, Angebote zur Unterstützung im Alltag. lagus.mv-regierung.de
- LAGuS: Tätigkeitsbericht gemäß UntAngLVO M-V i. V. m. § 45a SGB XI, Formular Stand 01/2026. lagus.mv-regierung.de (PDF)
- LAGuS: Erläuterungen zum Antrag auf Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag. lagus.mv-regierung.de (PDF)
- Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern (LAiV MV): Pressemitteilung Nr. 2/2025 vom 22.01.2025, Pflege 2023, Stichtag 15.12.2023. laiv-mv.de
- vdek Landesvertretung M-V: Angebote zur Unterstützung im Alltag in Mecklenburg-Vorpommern. vdek.com
Stand der Rechtslage und der LAGuS-Erläuterungen: 24. September 2026. Statistische Angaben mit ihrem jeweiligen Stichtag.
Christian Monat
Externer Qualitätsmanagementbeauftragter aus Chemnitz. Berufserfahrung in Eingliederungshilfe, Sozialpsychiatrie und Suchthilfe, seit 2019 in Leitungsfunktionen. Mehr über mich


