Seit dem 16. September 2026 gibt es eine neue ISO 9001 und hinter den Mitteilungen der Zertifizierungsstellen steht seitdem dieselbe Frage: Hat mein Zertifikat jetzt ein Problem? Es hat keines. Der Fahrplan, den zertifizierte Träger trotzdem brauchen, beginnt in den nächsten Wochen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Umstellung betrifft nur Träger mit einem Zertifikat nach ISO 9001. Gesetzlich verlangt ist für stationäre Reha-Einrichtungen eine Zertifizierung nach einem anerkannten Verfahren. Pflege- und Jugendhilferecht verlangen keine und für die Zulassung von Bildungsträgern in der Arbeitsförderung ist die ISO 9001 nicht vorgeschrieben.
- Die ISO 9001:2026 liegt seit dem 16. September 2026 auf Englisch vor. Die deutsche Fassung ist seit Oktober 2026 bestellbar. Audits laufen bis auf Weiteres nach der Fassung 2015, und nach der neuen Fassung kann sich derzeit noch niemand zertifizieren lassen.
- Die Übergangsfrist ist verbindlich festgelegt: Zertifikate nach der Fassung 2015 gelten längstens bis zum 30. September 2029. Bis dahin muss die Umstellung in einem Audit bestätigt und das neue Zertifikat ausgestellt sein.
- Schon heute gilt eine Änderung von 2024: Ihre Einrichtung muss prüfen, ob der Klimawandel für sie ein relevantes Thema ist. Fehlt diese Prüfung, ist das im nächsten Überwachungsaudit eine Abweichung.
- In den nächsten Wochen notieren Sie Ihre Zertifikatsdaten, stellen Ihrer Zertifizierungsstelle drei Fragen und prüfen den Klimabezug.
Was in Ihrem Arbeitsfeld gilt, steht bei Reha, Arbeitsförderung, Pflege und Jugendhilfe. Was zu tun ist, steht bei den acht Schritten.
Die Umstellung auf die ISO 9001:2026 ist der Wechsel der Normfassung, nach der eine Einrichtung zertifiziert ist. Sie geschieht in einem Audit durch die Zertifizierungsstelle, in aller Regel gekoppelt an ein ohnehin fälliges Überwachungs- oder Rezertifizierungsaudit.
Die Übergangsfrist ist der Zeitraum, in dem Zertifikate nach der alten Fassung gültig bleiben. Sie endet für alle Zertifikate gemeinsam, unabhängig davon, wann das einzelne Zertifikat ausgestellt wurde.
Was hat sich am 16. September geändert?
Zwei Annahmen liegen nahe: Das Zertifikat sei jetzt veraltet und man müsse sofort umstellen lassen. Beides stimmt nicht. Fest steht dagegen, bis wann umgestellt sein muss.
Am 16. September 2026 hat das Technische Komitee ISO/TC 176/SC 2 die neue Fassung als endgültige internationale Norm veröffentlicht, zunächst nur auf Englisch (DQS, 2026). Die deutsche und zugleich europäische Ausgabe DIN EN ISO 9001:2026-11 ist seit Oktober 2026 beim Normenverlag DIN Media (2026) bestellbar.
Für zertifizierte Träger hat sich damit vorerst nichts geändert. Zertifikate nach ISO 9001:2015 gelten weiter bis zu ihrem Ablaufdatum, längstens bis zum 30. September 2029. Auch die Audits laufen weiter nach dieser Fassung, einschließlich der Änderung zum Klimabezug von 2024.
Nach der Fassung 2026 zertifizieren lassen kann man sich dagegen noch nicht. Dafür muss Ihre Zertifizierungsstelle erst ihre Akkreditierung umstellen lassen. Mit der Akkreditierung bestätigt in Deutschland die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) förmlich, dass eine Zertifizierungsstelle für eine bestimmte Norm kompetent ist. Wann das so weit ist, weiß Ihre eigene Zertifizierungsstelle. Die Akkreditierungsstellen müssen darüber spätestens bis zum 30. September 2027 entscheiden.
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gültige Zertifikate nach ISO 9001 in Deutschland zum 31.12.2023, über alle Branchen. Weltweit waren es 837.052. Die Erhebung ist unscharf, weil mehrere Länder unvollständig gemeldet haben (ISO Survey, ausgewertet von WEKA Media, 2024).
Alle Zertifikate, die weiterlaufen sollen, müssen in derselben Frist umgestellt werden. Global ACI, der internationale Dachverband der Akkreditierungsstellen, begründet die Dauer von drei Jahren ausdrücklich mit dem Aufwand an Auditzeit und Verwaltung, den das für die Zertifizierungsstellen bedeutet.
Wen betrifft die Umstellung und was gilt in Ihrem Arbeitsfeld?
Betroffen ist jeder Träger, der ein Zertifikat nach ISO 9001 hat. Was das für ihn bedeutet, hängt davon ab, ob das Gesetz die Zertifizierung verlangt oder ob sie freiwillig ist.
Keine der einschlägigen Vorschriften in der Sozialen Arbeit und Pflege verweist auf eine bestimmte Fassung der Norm. Wo das Gesetz eine Zertifizierung verlangt, dient das Zertifikat als Nachweis und die neue Fassung ändert nur, wonach es künftig ausgestellt wird. Das klingt beruhigend, hat aber in zwei Feldern eine Kehrseite.
Rehabilitation: Erst muss das anerkannte Verfahren nachziehen
Für stationäre Reha-Einrichtungen ist die Zertifizierung Voraussetzung. Sie sind „nur dann als geeignet anzusehen, wenn sie zertifiziert sind“ (§ 37 SGB IX). Das einheitliche Verfahren dafür vereinbaren die Spitzenverbände der Rehabilitationsträger, also der Kostenträger wie Renten-, Kranken- und Unfallversicherung oder der Bundesagentur für Arbeit, in der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR).
Die Liste der von der BAR anerkannten Verfahren hat den Stand vom 4. April 2025 (BAR, 2025). Unter Nummer 9 führt sie ein Verfahren, das auf der ISO 9001 aufbaut: „DIN EN ISO 9001 inkl. pCC für Rehabilitationseinrichtungen“ in der Version 3.0 vom 17. Oktober 2016. Bevor eine Reha-Einrichtung umstellen kann, muss die herausgebende Stelle dieses Verfahren auf die neue Fassung heben und die BAR muss die neue Version anerkennen. Dieser Zwischenschritt liegt nicht in Ihrer Hand und gehört deshalb früh in die Planung.
Bildungsträger nach AZAV: Die ISO 9001 ist nicht vorgeschrieben
Träger, die Maßnahmen der Arbeitsförderung anbieten, etwa Bildungsträger, brauchen eine Trägerzulassung nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV). Eine ISO-Zertifizierung verlangt diese Verordnung nicht. Sie nennt stattdessen neun Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem (§ 2 AZAV). Darunter sind ein kundenorientiertes Leitbild, Zielvereinbarungen samt Messung ihrer Erreichung, Methoden zur Bewertung der Maßnahmen und ein systematisches Beschwerdemanagement. Die ISO 9001 ist dafür die übliche, nicht die vorgeschriebene Grundlage.
Planen Sie Trägerzulassung und Normumstellung deshalb getrennt. Wer beides in einen Vorgang wirft, macht die Zulassung vom Gelingen der Umstellung abhängig und aus einem Normwechsel ohne Not ein Zulassungsrisiko.
Pflege und Jugendhilfe: Das Sozialrecht verlangt keine Zertifizierung
In der Pflege verlangt das Gesetz ein internes Qualitätsmanagement nach den vereinbarten Maßstäben und Grundsätzen, aber keine Zertifizierung (§ 112 SGB XI).
In der Kinder- und Jugendhilfe verpflichtet das Gesetz die Träger der öffentlichen Jugendhilfe, also die Jugendämter und Landesjugendämter, zu Grundsätzen und Maßstäben der Qualitätsentwicklung, ebenfalls ohne Bezug auf eine Norm (§ 79a SGB VIII). Wer in diesen Feldern zertifiziert ist, hat sich freiwillig dafür entschieden und entscheidet auch über die Umstellung selbst. Das ist eine Frage der Erwartungen von Kostenträgern, nicht des Pflege- oder Jugendhilferechts.
Was die zuständigen Stellen bisher sagen
Bis zum 18. September 2026 war von diesen Stellen keine veröffentlichte Äußerung zur Normrevision auffindbar: BAR, DAkkS, Medizinischer Dienst, Bundesagentur für Arbeit und Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Wie sie verfahren werden, wäre Spekulation.
Bis wann muss die Umstellung erledigt sein?
Die Umstellung muss bis zum 30. September 2029 abgeschlossen sein, einschließlich des neuen Zertifikats. Das hat der internationale Dachverband der Akkreditierungsstellen, die Global Accreditation Cooperation Incorporated (Global ACI), am 4. September 2026 verbindlich festgelegt. Er ist 2026 an die Stelle der bisherigen Dachverbände IAF und ILAC getreten. Seine Vorgaben gelten für die angeschlossenen Akkreditierungsstellen und die von ihnen akkreditierten Zertifizierungsstellen.
Die Festlegung nennt drei weitere Daten (Global ACI, 2026). Die Akkreditierungsstellen müssen spätestens bis zum 31. März 2027 bereit sein, nach der neuen Fassung zu begutachten. Über die Umstellung der Zertifizierungsstellen entscheiden sie bis zum 30. September 2027. Erst wenn ihre Akkreditierung umgestellt ist, darf eine Zertifizierungsstelle nach der Fassung 2026 zertifizieren. Erstzertifizierungen werden nach dem 31. März 2028 nur noch nach ISO 9001:2026 erteilt.
Die Umstellung selbst kann im Überwachungsaudit, im Rezertifizierungsaudit oder in einem eigenen Umstellungsaudit stattfinden. Weil das neue Zertifikat vor dem Fristende ausgestellt sein muss, ist ein Audit kurz vor dem 30. September 2029 riskant. Nach dem Audit brauchen die Bearbeitung von Abweichungen und die Zertifizierungsentscheidung Zeit.
Der 30. September 2029 ist das Ende der Frist, nicht der Plan. In den Umstellungsplan gehört ein Audittermin mit Puffer davor.
Beispiel
Angenommen, ein Träger hat sein Rezertifizierungsaudit im Juni 2029. Stellt er erst dort um, bleiben bis zum Fristende rund drei Monate für Abweichungen und die Zertifizierungsentscheidung. Ein Ausweichtermin ist dann kaum noch möglich. Stellt er schon im Überwachungsaudit im Juni 2028 um, bleibt ihm ein Jahr Reserve.
Prüfen Sie deshalb, in welches Ihrer regulären Audits die Umstellung fällt, und stimmen Sie den Termin früh mit der Zertifizierungsstelle ab. Wer alles auf das letzte Audit vor dem Fristende legt, hat keinen Spielraum mehr, wenn sich ein Termin verschiebt.
Was gilt heute schon, was kommt erst mit der Umstellung?
Manches, was derzeit als Neuerung der Fassung 2026 beschrieben wird, ist gar nicht neu. Das gilt vor allem für den Klimabezug. Er stammt aus einer Änderung der Fassung 2015 (A1:2024) und gilt bereits, und zwar ohne Übergangsfrist.
In der Kontextanalyse muss die Einrichtung seitdem prüfen, ob der Klimawandel für sie ein relevantes Thema ist. Wer diese Prüfung noch nicht dokumentiert hat, hat keine Vorbereitungsaufgabe vor sich, sondern eine offene Abweichung im nächsten Überwachungsaudit.
| Thema | Gilt heute (ISO 9001:2015 mit A1:2024) | Kommt mit der Umstellung (ISO 9001:2026) |
|---|---|---|
| Klimabezug | Gilt bereits: 4.1 verlangt die Prüfung, ob der Klimawandel ein relevantes Thema ist, 4.2 eine Anmerkung zu den Anforderungen interessierter Parteien. Ohne Übergangsfrist. | Keine zusätzliche Anforderung. Wer 2024 nachgezogen hat, hat hier nichts zu tun. |
| Qualitätskultur und Ethik | Keine eigenständige Anforderung. | Die oberste Leitung fördert Qualitätskultur und ethisches Verhalten aktiv (5.1.1). Belegbar, nicht behauptet. |
| Risiken und Chancen | Gemeinsam geregelt (6.1). | Getrennt geregelt. Für Chancen braucht es einen eigenen Ablauf, der auch bewertet, ob die Maßnahmen wirken (6.1.3). Risiken stehen in 6.1.2. |
| Qualitätspolitik | Muss zum Zweck der Organisation passen. | Muss ausdrücklich zur strategischen Ausrichtung passen (5.2.1 e). |
| Bewusstsein der Mitarbeitenden | Kenntnis von Politik, Zielen und eigenem Beitrag (7.3). | Erweitert (7.3). Der überarbeitete Anhang A erläutert Begriffe und Absicht der Anforderungen. Er ist informativ, also nicht verpflichtend. |
| Auditgrundlage | Fassung 2015 einschließlich A1:2024. | Fassung 2026, sobald Ihre Zertifizierungsstelle die Akkreditierung dafür erweitert hat. |
| Deutscher Normtext | DIN EN ISO 9001:2015 mit A1:2024-11. | DIN EN ISO 9001:2026-11 (deutsche und englische Fassung), bestellbar seit Oktober 2026. Die Ausgabe 2026-11 ersetzt als deutsche Norm DIN EN ISO 9001:2015-11. Audits laufen bis auf Weiteres trotzdem nach der Fassung 2015. |
Die rechte Spalte folgt der Darstellung der DQS (2026), die Zeile zum deutschen Normtext den Angaben von DIN Media (2026). Die Kapitelnummern beruhen teilweise auf Entwurfsständen. Gleichen Sie sie an der Endfassung ab, bevor Sie sie in eigene Dokumente übernehmen.
Die übrigen Neuerungen prüft die Zertifizierungsstelle erst im Umstellungsaudit. Ihr internes Audit und Ihre Managementbewertung müssen sie aber schon vorher abbilden.
Acht Schritte in der richtigen Reihenfolge
Bei der Umstellung ist die Reihenfolge wichtiger als das Tempo, weil die späteren Schritte auf den Antworten der frühen aufbauen. Die Gap-Analyse in Schritt vier ist inhaltlich der interessanteste Teil. Wer mit ihr anfängt, merkt im Herbst 2027, dass ihm die Antworten aus Schritt zwei fehlen.
Schreiben Sie Ihren Zertifikatszyklus auf
Notieren Sie Ausstellungsdatum, Ablaufdatum und den Termin des nächsten Überwachungsaudits. Diese drei Zeilen sind die Grundlage für alles Weitere. Bei mehreren Zertifikaten oder Standorten notieren Sie die Daten für jedes Zertifikat einzeln.
Fragen Sie Ihre Zertifizierungsstelle drei Dinge
Ab wann darf sie nach der Fassung 2026 auditieren? In welches Ihrer regulären Audits legt sie die Umstellung? Wie viel zusätzliche Auditzeit kalkuliert sie? Wer jetzt fragt, steht nicht in der Schlange, wenn später alle gleichzeitig fragen.
Prüfen Sie zuerst den Klimabezug aus 2024
Steht in Ihrer Kontextanalyse eine Aussage dazu, ob der Klimawandel für Ihre Einrichtung ein relevantes Thema ist? Wenn nicht, ist das die dringendste Aufgabe auf dieser Liste, obwohl sie mit der neuen Fassung nichts zu tun hat.
Machen Sie die Gap-Analyse mit der Fassung 2026
Die Gap-Analyse fragt, was Ihr System heute abbildet und was nicht. Dafür genügt der Normtext der Fassung 2026, englisch (ISO 9001:2026) oder deutsch (DIN EN ISO 9001:2026-11). Die Verweise im Handbuch passen Sie danach an.
Tragen Sie die Nachweise zur Qualitätskultur zusammen, die Sie schon haben
Die neue Fassung verlangt, dass die Leitung Qualitätskultur nachweisbar fördert. In der Sozialen Arbeit und Pflege gibt es dafür mögliche Nachweise an anderer Stelle: Schutzkonzept, Beschwerdemanagement, Fehlermeldesystem, Fallbesprechungen, Beteiligungsgremien. Verknüpfen statt neu schreiben. Ein zusätzlicher Satz im Leitbild ist kein Nachweis.
BeispielAngenommen, ein ambulanter Dienst wertet seine Beschwerden regelmäßig aus. Verknüpfen heißt dann: Das Handbuch verweist bei der Qualitätskultur auf dieses Verfahren und auf die letzte Auswertung.
Setzen Sie Chancen als eigenen Prozess auf
Eine zusätzliche Spalte in der Risikomatrix erfüllt die neue Anforderung nicht (Kapitel 6.1.3). Gefordert ist ein eigener Ablauf, der auch bewertet, ob die ergriffenen Maßnahmen wirken. Das darf schlank sein: zwei Termine im Jahr, ein festes Format, eine nachvollziehbare Entscheidung.
Klären Sie den Zwischenschritt Ihres Sektors
Für Reha-Einrichtungen und für Bildungsträger nach der AZAV hängt an der Umstellung mehr als das Zertifikat. Reha-Einrichtungen brauchen vorher die angepasste und von der BAR anerkannte Version ihres Verfahrens. Bildungsträger planen Trägerzulassung und Umstellung getrennt.
Ziehen Sie internes Audit und Managementbewertung vor
Beide müssen die neue Fassung abbilden, bevor das Umstellungsaudit stattfindet. Wer die Nachweise erst danach nachzieht, fällt im Audit nicht über fehlende Inhalte, sondern über fehlende Belege. Wie ein internes Audit in sieben Phasen abläuft und was eine Managementbewertung als Führungsinstrument trägt, ist in eigenen Beiträgen beschrieben.
Rückwärtsplaner: Wann ist welcher Schritt fällig?
Wann welcher Schritt dran ist, entscheidet Ihr eigener Audittermin, kein allgemeiner Stichtag. Wählen Sie Jahr und Monat des geplanten Umstellungsaudits, dann rechnet der Planer rückwärts. Vier Schritte stehen unabhängig vom Termin sofort an. Liegt der Termin nah am Fristende, warnt der Planer. Der Planer setzt die vier Vorbereitungsschritte 8, 6, 4 und 2 Monate vor das Audit. Die Abstände sind Richtwerte für eine geordnete Planung, keine Vorgabe der Norm und keine Zusage einer Zertifizierungsstelle.
Wählen Sie Jahr und Monat, dann erscheint hier Ihr Fahrplan: vier Schritte für sofort und fünf Termine rückwärts ab dem Umstellungsaudit.
Was in den nächsten Wochen zu tun ist
Drei Dinge können Sie sofort erledigen und keines dauert länger als einen Vormittag. Schreiben Sie die drei Daten Ihres Zertifikatszyklus auf. Schicken Sie Ihrer Zertifizierungsstelle die Mail mit den drei Fragen. Schlagen Sie Ihre Kontextanalyse auf und prüfen Sie, ob der Klimabezug aus 2024 dort steht. Danach folgt die Gap-Analyse mit dem Normtext der Fassung 2026.
Für Reha-Einrichtungen kommt ein vierter Punkt hinzu. Fragen Sie beim herausgebenden Verband Ihres von der BAR anerkannten Verfahrens nach, ob eine an die Fassung 2026 angepasste Version geplant ist. Diese Auskunft brauchen Sie, bevor Sie einen Audittermin festmachen.
Häufige Fragen
Ist mein Zertifikat nach ISO 9001:2015 noch gültig?
Ja, bis zu seinem Ablaufdatum, längstens bis zum 30. September 2029. Das ändert sich erst mit dem eigenen Umstellungsaudit, nicht schon mit der Veröffentlichung vom 16. September 2026.
Wann läuft die Übergangsfrist für die ISO 9001:2026 ab?
Am 30. September 2029. Das hat der internationale Dachverband der Akkreditierungsstellen (Global ACI) am 4. September 2026 verbindlich festgelegt: Zertifikate nach ISO 9001:2015 gelten längstens bis zu diesem Tag, bis dahin muss die Umstellung in einem Audit bestätigt und das neue Zertifikat ausgestellt sein. Erstzertifizierungen werden nach dem 31. März 2028 nur noch nach ISO 9001:2026 erteilt.
Ab wann kann ich mich nach ISO 9001:2026 zertifizieren lassen?
Sobald Ihre Zertifizierungsstelle ihre Akkreditierung auf die neue Fassung umgestellt hat. Die Akkreditierungsstellen müssen dafür spätestens bis zum 31. März 2027 bereit sein und bis zum 30. September 2027 über die Umstellung der Zertifizierungsstellen entscheiden (Global ACI, 2026). Fragen Sie Ihre Zertifizierungsstelle direkt, ab wann sie umstellen darf und in welches Ihrer regulären Audits sie den Wechsel legt.
Muss ich auf die deutsche Fassung der ISO 9001:2026 warten?
Nein. Die deutsche und europäische Fassung DIN EN ISO 9001:2026-11 ist seit Oktober 2026 bei DIN Media bestellbar. Mit dem deutschen Wortlaut können Sie die Gap-Analyse machen und danach die Verweise in Ihren Dokumenten anpassen.
Muss ein Pflegedienst auf die ISO 9001:2026 umstellen?
Aus dem Pflegerecht nicht, denn es verlangt ein internes Qualitätsmanagement nach den Maßstäben und Grundsätzen des § 113 SGB XI, aber keine Zertifizierung (§ 112 Abs. 2 SGB XI). Wer freiwillig zertifiziert ist, entscheidet selbst über Umstellung oder Ausstieg. Anders liegt es bei stationären Reha-Einrichtungen, für die die Zertifizierung Voraussetzung dafür ist, als geeignet zu gelten (§ 37 Abs. 3 SGB IX).
Was kostet die Umstellung auf die ISO 9001:2026?
Nicht unbedingt einen zusätzlichen Audittermin, denn der Wechsel lässt sich an ein ohnehin anstehendes Überwachungs- oder Rezertifizierungsaudit koppeln. Ob zusätzliche Auditzeit nötig ist, entscheidet die Zertifizierungsstelle nach dem Umfang der Änderungen im System (Global ACI, 2026). Der eigentliche Aufwand liegt intern, bei Gap-Analyse, Anpassung einzelner Dokumente, internem Audit und Managementbewertung nach der neuen Fassung.
Zum Weiterlesen
- ISO 9001:2026: Was sich ändert und wie sich Einrichtungen der Sozialen Arbeit und Pflege jetzt vorbereitenDie Grundlage zu diesem Fahrplan: was sich mit der ISO 9001:2026 inhaltlich ändert und was das für Einrichtungen bedeutet.
- ISO 9001 erstmals zertifizieren: Ablauf, Auditzeit und woraus sich die Kosten ergebenWie eine Erstzertifizierung nach ISO 9001 abläuft und woraus sich Auditzeit und Kosten ergeben.
- Leistung: Zertifizierung vorbereitenDie Umstellung eines zertifizierten Systems auf die neue Fassung ist dort als eigenes Projekt beschrieben.
Quellen
- DQS GmbH (2026): ISO 9001:2026, Änderungen, Zeitplan, Umstellung. dqsglobal.com
- DQS GmbH (2026): ISO 9001:2026 veröffentlicht, Presseaussendung vom 16.09.2026. ots.at
- DIN Media (2026): Revision der ISO 9001, Themenseite: ISO 9001:2026 am 16.09.2026 veröffentlicht, deutsche Fassung DIN EN ISO 9001:2026-11 bestellbar seit Oktober 2026. dinmedia.de, abgerufen am 03.11.2026.
- DIN Media (2026): DIN EN ISO 9001:2026-11, Qualitätsmanagementsysteme, Anforderungen, deutsche und englische Fassung, ersetzt DIN EN ISO 9001:2015-11. dinmedia.de, abgerufen am 03.11.2026.
- DIN Media (2024): DIN EN ISO 9001/A1:2024-11, Änderung zum Klimabezug in 4.1 und 4.2. dinmedia.de
- Global Accreditation Cooperation Incorporated (2026): Transition Requirements for ISO 9001:2026, Global ACI-TECH-3-TR 2029-09-30 (M), Version 1.0, Ausgabe 04.09.2026, anzuwenden ab 16.09.2026. sys.global-aci.org (PDF)
- BAR, Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (2025): Liste der anerkannten QM-Verfahren, Stand 04.04.2025. bar-frankfurt.de (PDF)
- SGB IX, Paragraf 37 Absatz 3, Qualitätssicherung und Zertifizierung. sozialgesetzbuch-sgb.de
- SGB XI, Paragraf 112 Absatz 2, Qualitätsverantwortung, und Paragraf 113, Maßstäbe und Grundsätze zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität. gesetze-im-internet.de
- SGB VIII, Paragraf 79a, Qualitätsentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe. gesetze-im-internet.de
- AZAV, Paragraf 2 Absatz 4, Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem. gesetze-im-internet.de
- WEKA Media (2024): ISO Survey 2023, Auswertung der Zertifikatszahlen. weka.de
Stand aller Angaben: 18. September 2026. Übergangsfrist und Planer nach Global ACI ergänzt, Stand 24. September 2026. Angaben zur deutschen Fassung nachgeführt, Stand 3. November 2026.
Christian Monat
Externer Qualitätsmanagementbeauftragter aus Chemnitz. Berufserfahrung in Eingliederungshilfe, Sozialpsychiatrie und Suchthilfe, seit 2019 in Leitungsfunktionen. Mehr über mich


